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Podcast-Technik - Wie nehme ich Podcasts auf? Welche kbps, kHz? Mickey-Mouse-Effekt

Was im Podcasting immer wieder zur Verwirrung führt sind die Einstellungen mit kbps kHz usw.

Wie nehme ich denn nun richtig auf?

Wichtig ist es zu wissen, daß MP3 einfach DAS gängige Format für Podcasts ist. Man sollte einfach kein anderes verwenden, wenn man möchte, daß es auf MP3-Playern, PCs usw. gut gehört werden können soll.

MP3 - Ausgabeformat

Es ist aber ein Endformat, ein Ausgabeformat, das dann nur noch angehört und nicht mehr verändert werden soll. Es ist also nicht dazu da, nochmal aufgerufen und verarbeitet zu werden z.B. Schnitt, Mischung. Es treten dabei sonst Kompressionsverluste auf, die irgendwann hörbar werden.

Verlustfreies Format

Möchte man zunächst aufnehmen, um das noch zu schneiden, sollte man möglichst in höchster Qualität und einem "normalen" verlustfreien Format wie .wav aufnehmen, das dann bearbeiten und dann die Einstellungen für die Ausgabe auf MP3 vornehmen.

Welche kHz-Zahl

Als nächstes die Frage welche kHz-Zahl? Das ist recht einfach. Die Flashplayer haben einen Bug und können nur 11025, 22050, 44100, 48000 Hz richtig wiedergeben sonst gibt es einen Mikey-Maus-Effekt.

Für Sprache (Podcast) eigenen sich 22050 Hz sehr gut statt 44100 Hz. Das verringert den Speicherplatz auf der Festplatte beim Aufnehmen. Man kann aber auch mit 44100 Hz arbeiten. Bei der Größe der MP3 macht das am Ende so gut wie keinen Unterschied.

Technischer Hintergrund

Der technische Hintergrund ist der, daß eine Sampling-Rate von 22050 Hz nur Frequenzen bis 11025 Hz (die Hälfte) erfassen kann.

Nach Wikipedia gibt es folgende Grenzen der Wahrnehmbarkeit:
Ende der Sprachwahrnehmbarkeit bei 5 kHz und Musikwahrnehmbarkeit bei 9kHz. Es ist also noch ein Spielraum bis 11,025 kHz und es reicht völlig, eine Sampling-Rate (muß doppelt sein) von 22,050 kHz einzustellen. 44,100 kHz sind u.A. rechnerisch manchmal sinnvoll (Rauschabstände), aber es geht ja hier auch darum, Dateigrößen klein zu halten.

Bei Audacity - Standard Sampleformat

Bei Audacity gibt es unter Einstellungen übrigens noch eine Einstellung, die Standard Sampleformat: 16-bit, 24-bit, 32-bit float. Die Datenmenge bei 32-bit float ( default ) ist 3 Mal so hoch wie bei 16-bit. Eine CD mit 650 MB nimmt so 1950 MB Platz ein - hoppla!
Bei Musikproduktionen mit sehr hohen Ansprüchen sicher o.k. Ich dagegen nehme grundsätzlich 16-bit.

Die kbps

Der weitaus wichtigere Punkt bzgl. Dateigröße ist aber die kbps (kilobyte per second). Die machen in der Tat einen hörbaren Unterschied, wenn man sie zu klein wählt.

Ich nutze bei 22,050 kHz, mono: 32kbps für Sprache. Das kann man selber antesten, wenn man bei Audacity z.B. eine halbe Minute markiert, ganz unten links die Projektrate auf 22050 absenkt und bei Einstellungen - Dateiformate - MP3 Exporteinstellungen 32 anklickt. Nun "Auswahl exportieren als MP3" wählen und speichern.

"Ich hatte aber was ganz anderes eingestellt, schnüff, schnüff..."

Leider neigen Programme wie Audacity oder iTunes dazu die Eingaben, die man für den Export gemacht hatte, selbständig zu verstellen, wenn sie nicht passen.

iTunes halbiert die kbps, wenn man auf mono klickt. Stelle ich also 32 kbps ein und mono werden daraus 16 kbps mono. Da man das nicht merkt ( wenn man es nicht kontrolliert ), kommen dann Behauptungen auf, 32 kbps mono hörten sich an wie Telefonqualität. Abhilfe: erneut mit 64 kbps mono exportieren -> dann gibt es echt 32 kbps mono.

Audacity verändert ggf. die kHz-Zahl. Dann passiert es leider, daß man z.B. eine MP3 mit 24 oder 32 kHz bekommt, die auf dem Flash-Player oder sogar unter WinAmp ( je nach Version ) nicht abspielbar ist.

Auf jeden Fall IMMER das Endergebnis kontrollieren z.B. in WinAmp, das einem die Daten der MP3 sehr schön anzeigt.

Soooo, ich habe mal eine Testreihe in Audacity 1.2.3 und LAME v3.96 gemacht ausgehend von 44,1 kHz. Wenn ich die kbps vorgebe ändert sich die kHz-Zahl automatisch.

Testreihe
kbps kHz mono
kHz stereo



32 22,05 16
40 24 16
48 32 22,05
56 32 24
64 44,1 24
80 44,1 32
96 44,1 44,1


Abhilfe: Die MP3 grundsätzlich mit 22,050 kHz exportieren und bei stereo nicht unter 48 (mono 32 ) kbps gehen.


Selbst anhören und entscheiden!

Was die Hörqualität angeht muß man selber reinhören. Am besten den gleichen markierten Ausschnitt in Audacity wiederholt mit einer anderen MP3 Exporteinstellungen z.B. 56 kbps mono statt 32 exportieren. Die Ausgabedatei wird dann deutlich größer. Hört Euch mal den Unterschied auf dem Ausgabemedium an, also z. B. PC-Lautsprecher und entscheidet selber! 128 oder 160 kbps sind völlig übertrieben für Sprachpodcasts. Bei stereo muß man erneut probieren.

Auf der einen Seite möchte man eine gute Qualität, auf der anderen Seite hat nicht jeder Hörer DSL oder eine Flatrate zuhause. 32kbps ergeben eine halb so große Datei wie bei 64kbps.

Ich bin da eher praktisch und wähle die kleinere Datei. 56 kbps reichen auch gut für Musik.

Bitte auf dem Teppich bleiben

Man darf ja auch eins nicht vergessen, die Hörer sitzen meist nicht mit HiFi-Kopfhörern vorm PC oder haben die super tollen Boxen. Ich benutze ein Paar Behringer MS16 Aktivmonitore, die gehobenen PC-Lautsprechern entsprechen. Keine überzogenen Bässe, kein Brummen, aber eben auch kein Luxus.

Die Aufwände, die bei Musik bzw. CD-Produktionen getrieben werden, sind ein ganz anderer Level. Qualität beim Podcasten kann man an anderer Stelle reinholen als bei der kbps. 

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