Kalauer in der Werbung

Kalauer sind das, worüber man nur müde lacht, es sei denn sie sind von Heinz Erhard.
Nun, in diesem Beispiel hatte wohl der Chef mal wieder eine tolle Idee, die ihm nicht auszureden war. Diese Ideen fangen immer an mit "man müßte mal..." Auf jeden Fall wird in dem Moment nicht an die CI gedacht oder an Regeln, die es in der professionellen Werbung natürlich gibt.
Die Überschrift dieser riesigen Werbung an einer stark befahrenen Kreuzung in Essen ist MEATWAGEN. Unten steht "billige Jokes - billige Autos starcar. de".

Das Foto zeigt ein Stück Fleisch in Form eines Umrisses eines Autos. Das ist ein ähnlicher Hingucker wie nackte Frauen oder Babys und das Problem ist genau das gleiche. Man versteht nicht, um was es eigentlich geht und selbst wenn man es versteht, weil man vielleicht an der Ampel stehen geblieben ist und etwas Zeit hatte, dann bleibt es nicht im Gedächtnis hängen. Fährt man weiter bleibt meist sowas hängen wie Fleisch und witzig.
Ob man das Wortspiel Meat-Wagen versteht, na ich weiß nicht. Das hört sich an wie das gebräuchliche Wort Meeting und der Mietwagen wird eher als Leihwagen bezeichnet.
Zu alle dem fehlt das Produkt, das ordentliche Logo (mit Claim) und ein freundlicher, vertrauenswürdiger Vertreter des Anbieters.
Kurzer Gegencheck, wie sieht deren Homepage aus? Überraschung: Hergestellt von einer nicht unbekannten Agentur aus Hamburg, die Grafik ist absolut o.k., doch ganz anders als auf dem Großplakat.
Gelbe Kästen sind mit einer handgezeichneten Linie umgeben, das Logo ist gelb mit schwarzem Rand und Schatten und es hat einen Claim darunter "die günstig-gelbe Autovermietung".
Leider werden Sterne nur auf den Folgeseiten und nicht auf der Homepage benutzt. Warum heißt das dann 'Star'car, wenn man nicht dazu steht?
Die Grafik entspricht auch der Grundidee, es sieht Richtung billig aus und unkompliziert. Das ist eben bei dem Poster völlig verlohren gegangen.

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